28.02.2026
Rückwirkend zum 1. Januar 2026 übernehmen die Stadtwerke Mühlacker GmbH die Biogasanlage in Pforzheim von der NEXOGAS Holding GmbH, die zuvor im Besitz der Firma Unomondo aus Mühlacker war.
Mit dieser Übernahme bauen die Stadtwerke ihre Aktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien weiter aus und stärken ihre Position als regionaler Energieversorger mit nachhaltiger Ausrichtung.
Biogasanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur grundlastfähigen Energieversorgung – insbesondere dann, wenn Wind- und Solarenergie nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Die Stadtwerke Mühlacker verfügen über umfassendes Know-how im Biogassektor und betreiben bereits seit 2007 erfolgreich eine Biomethananlage in Mühlacker, die für hohe Effizienz und Zuverlässigkeit steht.
In der Region Pforzheim bestehen seit vielen Jahren enge Partnerschaften mit landwirtschaftlichen Betrieben, wodurch die Rohstoffversorgung der Anlage langfristig gesichert ist. „Wir legen großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten und Dienstleistern vor Ort“, sagen die Geschäftsführer Roland Jans (Stadtwerke Mühlacker) und Thomas Gutjahr (Biomethananlage Mühlacker). „Alle benötigten Rohstoffe beziehen wir aus dem nahen Umfeld – das hält Transportwege kurz und stärkt die regionale energie- & landwirtschaftliche - sprich die heimische Wertschöpfung.“
Nach der Übernahme planen die Stadtwerke Optimierungsmaßnahmen und gesetzlich erforderliche Anpassungen, um die verbleibende EEG-Förderperiode bis Ende 2027 bestmöglich zu nutzen. Parallel dazu werden Konzepte für einen wirtschaftlich tragfähigen Weiterbetrieb der Anlage entwickelt. Erste Ansätze werden derzeit auf Machbarkeit geprüft.
Die Stadtwerke Mühlacker gelten als eines der innovativsten Energieunternehmen der Region. Erst kürzlich wurde gemeinsam mit dem Technologiepartner Reverion ein Weltrekord erzielt: Eine neuartige Hochtemperatur-Brennstoffzelle wandelte Biogas mit einer Rekordeffizienz von 74,2 % in Strom um. „Diese Technik lässt die Schwäche der Biogasverstromungsanlagen – wohin mit der Wärme auf dem Land? – hinter sich und ist somit eine ideale Perspektive für uns auch in der Anlage in Pforzheim“, verdeutlicht Geschäftsführer Jans.
„Unsere Projekte zeigen, dass eine CO₂-arme Energieversorgung nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist – und zugleich unsere Abhängigkeit von fossilen Importenergien schmälert “, so Geschäftsführer Jans.
Der Betriebsübergang sichert Arbeitsplätze, Investitionen und regionale Wertschöpfung – ein entscheidender Schritt für eine stabile und nachhaltige Energiezukunft.
Die Stimmung bei den Stadtwerken Mühlacker ist zuversichtlich: „Wir sehen in dieser Übernahme eine große Chance, die regionale Energieversorgung weiter auszubauen“, so Geschäftsführer Gutjahr. Die Biogasanlage in Pforzheim erweitert gemeinsam mit der bestehenden Anlage in Mühlacker und dem Außenlager in Knittlingen das Standortportfolio der Stadtwerke. Mit einer Gasleistung von 2,5 MW und aktuell zwei BHKWs mit je 536kW elektrischer Leistung bietet die Anlage interessante technische Perspektiven. Eine mögliche Integration einer Reverion-Anlage eröffnet zusätzliche wirtschaftliche Chancen.
Ungeachtet dessen prüfen die Stadtwerke Mühlacker derzeit eine Möglichkeit der Abwärmenutzung aus den Motoren. Die gewonnene Wärme könnte künftig über ein Nahwärmenetz in die naheliegenden Industriegebiete vermarktet werden. In diesem Zusammenhang streben die Stadtwerke Mühlacker in den kommenden Wochen erste Gespräche mit den Stadtwerken Pforzheim an, um ggf. gemeinsame Synergien in der regionalen Energienutzung und Netzinfrastruktur zu erschließen.
Mit der Übernahme und ihren laufenden Innovationsprojekten setzen die Stadtwerke Mühlacker ein klares Zeichen für nachhaltige, regionale und zukunftsorientierte Energieproduktion. „Wir müssen und wir wollen das tun“, sagen die beiden Geschäftsführer Jans und Gutjahr übereinstimmend.