30.01.2026
Die Stadtwerke Mühlacker GmbH und die Stadtwerke Vaihingen an der Enz bekunden ihr gemeinsames Interesse an einer langfristig angelegten und vertrauensvollen Zusammenarbeit.
Der Vaihinger Gemeinderat stimmte einem Letter of Intent (LoI) zu, in dem
beide Partner das gemeinsame Ziel festlegen, die kommunale Daseinsvorsorge im Bereich
der Energieversorgung zu stärken – vor allem durch die Bündelung von Kompetenzen und
Synergieeffekten bei der Nutzung der personellen und technischen Infrastruktur. „In Zeiten
prekärer Haushalte müssen wir kluge und vielleicht auch ungewöhnliche Ideen entwickeln,
die unsere Zukunft und unseren Wohlstand sichern“, sagte Vaihinger Oberbürgermeister Uwe
Skrzypek-Muth. „In der Phase des Aufbaus unserer Vaihinger Stadtwerke ist ein großer
Bruder mit professionellem Know-how an der Seite ein Glücksfall.“
Wärme, Energie, Ladesäulen, Glasfaserausbau, gemeinsame Heizkraftwerke, Windkraft- und
Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung – die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit
dem erfahrenen und kompetenten Partner Stadtwerke Mühlacker GmbH sind vielfältig.
18.000 Kunden betreut das Unternehmen mit 150 Mitarbeitern und versorgt ihre Kunden
jährlich mit 120 Gigawattstunden Strom. „Uns ist klar, dass wir erst einmal recht einseitig von
Mühlacker profitieren“, erklärte der designierte Vaihinger Stadtwerke-Geschäftsführer
Anselm Laube in der Sitzung.
Der im Aufbau befindliche städtische Eigenbetrieb bündelt seit
1. Januar 2026 die Versorgung der Vaihinger Bürgerinnen und Bürger mit Wasser und
Wärme. „Aber gerade jetzt benötigen wir einen verlässlichen Partner mit großer Erfahrung
an unserer Seite.“ Den haben die Vaihinger Stadtwerke im benachbarten Mühlacker
gefunden.
Im Fokus der Kooperation stehen die Steigerung der Effizienz, wirtschaftliche Stabilität, die
Versorgungssicherheit und der Ausbau innovativer Dienstleistungen für Bürgerinnen und
Bürger beider Kommunen. Die Kooperation verfolgt das Ziel, die Daseinsvorsorge langfristig
zu sichern, Synergien bei Betrieb und Verwaltung zu erschließen, Investitionen effizient zu
gestalten und Kosten zu senken, den Wissenstransfer zu fördern und die
Mitarbeiterqualifikation auszubauen.
Auch in Sachen Digitalisierung im kommunalen
Netzbetrieb sind Synergien möglich. Das oberste Ziel: die kommunalen Klimaschutzziele zu
erreichen, wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und die Versorgung der Bürgerinnen und
Bürger zu gewährleisten. All das vereint in einer transparenten Zusammenarbeit auf der
Grundlage professionellen Know-hows.
Konkrete Handlungsfelder sind:
• Wärmeerzeugung und -verteilung
• Planung, Errichtung, Betrieb und Optimierung zentraler Wärmeerzeugungsanlagen
wie Biomasse-, Solarthermie-, Wärmepumpen- und Blockheizkraftwerksanlagen –
etwa im Rahmen von Wärmepumpen-Contracting
• Solar- und Windstromerzeugung auf eigenen Liegenschaften und Grundstücken und
auf gepachteten Flächen
• Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur für Pkw und (mittels Megawatt-
Ladesäulen) auch für Busse und Lkw an geeigneten Standorten
• Etablierung eines (e)-Carsharing-Pilotprojektes an den Bahnhöfen in Mühlacker und
Vaihingen an der Enz sowie am Zentralen Omnibusbahnhof in der Kernstadt
Vaihingen an der Enz
Beiden Unterzeichnern des Papiers ist die Partizipation der Bürgerschaft wichtig, gerade bei
Finanzierungsinstrumenten und Beteiligungsmodellen über gemeinschaftliche
Bürgerenergiegenossenschaften. „Wir denken weiter, auch was innovative Geschäftsmodelle
im Bereich digitaler Endkundenservices wie Online-Abrechnung oder Smart-Metering
angeht“, erklärt Roland Jans, Geschäftsführer der Stadtwerke Mühlacker. Angedacht ist
ebenso eine gemeinsame Ausbildungsoffensive. „Die gegenseitige Bereitstellung von
Fachpersonal in Engpasssituationen oder bei Projekttätigkeiten kommt beiden Seiten
zugute“, so Jans. Auch technisches Equipment und technische Dienstleistungen können von
beiden Unternehmen kostengünstig gemeinschaftlich genutzt werden.
Mit dem Letter of Intent bekunden beide Partner die Absicht, in vielen Bereichen Fahrt
aufzunehmen und konkrete Projekte zu entwickeln.